Medienkompetenz in der Familie

Eine Anleitung zum Anleiten – Wie vermitteln wir Medienkompetenz in der Familie?

9 Stunden Schlaf, 5 Stunden Schule, 1,5 Stunden Weg zur Schule, 1 Stunde Hausaufgaben und 1 Stunde essen. Macht 17,5 Stunden, die fest verplant sind – macht aber auch 6,5 Stunden, die Kindern zur freien Verfügung stehen. Zum Spielen, zum Treffen mit Freunden, zum Sport, zum Musik machen, zum Shoppen, zum Lesen, zum Langweilen – und natürlich auch zum Computer, Handy und -Konsum.

Die aktuellen KIM (https://www.mpfs.de/studien/kim-studie/2016/) und BLIKK (https://www.stiftung-kind-und-jugend.de/projekte/blikk-studie/)-Studien zeigen, dass gerade die Nutzung mobiler Endgeräte, seien es Handys oder Tablets, exponentiell ansteigt, während die traditionelle Fernseh- Radio-, und Lese-zeit mehr und mehr zurückgeht. Per se ist das kein Grund zur Panik – es kommt nur darauf an, wie wir unsere Kinder dazu anleiten, diese neuen Medien, mit all ihren interaktiven Möglichkeiten, die TV, Radio und Buch nicht bieten, sinnvoll zu nutzen.

Ständig meldet sich das Handy

Gilt das sogenannte Zappen beim Fernsehen immer noch als Problem, switchen Kinder auf ihren Handys nicht nur zwischen verschiedenen Videos und Filmen hin und her, sondern auch zwischen Chats, Videos, Whats App-Gruppen und einprasselnden Eilmeldungen. Jeder Erwachsene, der sein Handkonsum reflektiert, wird sicher zugeben, dass ein ständig sich meldendes Handy zu baldigem Agieren und Reagieren herausfordert und Konzentrations- und Arbeitsphasen, aber auch Entspannungsphasen zumindest stört. Dazu müssen wir nicht zwingend die Hirnwissenschaften befragen.

Viel wichtiger scheint hier, dass sich zunächst einmal wir Erwachsenen in unserem Nutzungsverhalten mobiler Geräte hinterfragen. Auch vor dem Hintergrund, welches Beispiel wie unseren Kindern geben. Dann gilt es, sich bewusst zu machen, dass es inzwischen zahlreiche technische Möglichkeiten gibt, die Handy- und Tablet-Nutzung von Kindern zu steuern. Das betrifft die Nutzung einzelner Apps, Funktionen etc. aber auch eine zeitliche Limitierung und die Einrichtung täglicher, wöchentlicher Zeitbudgets.

Kein Gesprächsersatz

All diese technischen Möglichkeiten sind hilfreiche Instrumente, ersetzen jedoch nicht das Gespräch Erwachsener mit Kindern und Jugendlichen, über die Möglichkeiten, Stolpersteine und Gefahren der virtuellen Welt. Kinder können das, auch wenn das laut BLIKK-Studie, viele Erwachsene glauben, nicht alleine regulieren. Für sie ist die Faszination der mobilen Welt zu glänzend. Und natürlich haben die meisten Kinder einen immensen Wissensvorsprung und glauben, dass sie eher ihren Eltern die mobile Welt erklären müssen als umgekehrt. Doch genau wie bei TV, Büchern und anderen Freizeitgestaltungen gilt: Wir als Eltern sind gefragt, uns über die Inhalte von Online-Spielen, Chats und Apps zu informieren und die Kinder „anzuleiten“. Das Ziel muss sein,  ein Umfeld zu schaffen, vor allem im familiären Rahmen, in dem diese virtuelle Welt ihr Berechtigung hat – neben all den anderen Anforderungen und Genüssen der „real-analogen“ Welt und des direkten Miteinanders.

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Foto (c) Erik_Lucatero / pixabay

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