Digitalpakt – Die Digitalisierung der Schule

Der Digitalpakt kommt - Foto (c) steveriot1 @pixabay

Jetzt scheint es durch – es wird eine Grundgesetzänderung geben. Im Endeffekt gibt der Bund mehr Geld für die digitale Schule aus. Im Grunde etwas, was es zu beklatschen gilt. Doch reicht mehr Geld aus?

Geld wofür? Schaut man sich die aktuellen Artikel dazu an, heißt es

Geld für Laptops, Notebooks und Tablets erhalten können. Auch die Dateninfrastruktur zur Vernetzung in Schulgebäuden und auf Schulgeländen soll gefördert werden können, zudem WLAN in den Schulen, die Entwicklung von Lernplattformen, pädagogische Kommunikationsplattformen, Schulserver, interaktive Tafeln

Quelle: Spiegel-Online

Whiteboards, digitale Tafeln, wurden in den vergangenen Jahren schon unzählige Male angeschafft. Oft bleiben die Geräte im Keller der Schule. Personal, die es einrichten und die Lehrer schulen, fehlen. Laptop- und Tablet-Klassen ohne funktierendes oder stabiles WLAN, WLAN an Schulen, das nach einer energetischen Sanierung nicht mehr durch die dicken Wände kommt. Alles keine Einzelfälle. Auch hier sollte nachgebessert werden.

Viel Geld bedeutet viel Bürokratie und viel Arbeit. Bleibt zu hoffen, dass es nicht auf den Rücken der verantwortlichen Lehrer und Schulleiter abgewälzt wird. Ein digitales Klassenzimmer kann paß machen und die Kreativität fördern, wenn die Mittel klug genug eingesetzt werden.

Beitragsbild (c) steveriot1 @pixabay

Das digitale Klassenzimmer – gut oder schlecht?

Die Digitalisierung des Klassenzimmers – Foto (c) USA-Reiseblogger @pixabay.com

Die Digitalisierung schreitet voran. Auch in den Klassenzimmern hält sie immer mehr Einzug. Die Anzahl der Smartphones allein schon in der vierten Klasse der Grundschule hat hierzulande stark zugenommen. Nun sollen diese Geräte auch im Unterricht genutzt werden. Kann das funktionieren?

Schulen, die noch kein Whiteboard haben, gelten als “old-school”. Schnell wird Geld lockergemacht. Wenn man Glück hat, stehen die Whiteboards nicht monatelang im Keller, sondern werden aufgebaut, angeschlossen und die verantwortlichen Lehrer erhalten eine weitreichende Einarbeitung in das neue Gerät. Doch oftmals verkümmern die teuer angeschafften Geräte. Höchstens genutzt als das, wofür ein Beamer genauso gut geeignet wäre.

Digitalisierung geht anders?

Digitale Medien im Unterricht nutzen und erfahren, sind heute an weiterführenden Schulen unabdingbar. Ob man nun im Grundschulalter schon Apps programmieren können muss, lasse ich jetzt hier einmal außen vor. Welche Möglichkeiten es gibt, Kindern das Programmieren mit Scratch oder Calliope näherzubringen, beleuchte ich in einem der nächsten Artikel.

Die Realität sieht an vielen Schulen jedoch anders aus: zusammengeklaubte, altersschwache Rechner fristen ihr Dasein in dunklen Ecken. WLAN gibt es nicht, häufig wurden funktionierende Netzwerkmöglichkeiten “gesund sarniert”. Danach ist kein Internetzugang mehr möglich. Dafür kann man dann auf den alten Rechnern in altersschwacher Pixelgrafik Spiele von vor 30 Jahren spielen. Das ist auch nicht der Sinn eines digitalen Klassenzimmers.

Es gibt unzählige Stiftungen hierzulande, die die Digitalisierung der Klassenzimmer vorantreiben wollen. Teils gemeinnützig, manches Mal aber auch aus eigenem Interesse. Drängen große Unternehmen, wie beispielsweise Microsoft oder Google in Klassenräume, ist der Aufschrei groß. Es ist abzuwägen, was mit den Finanzspritzen der Unternehmen angestellt und im weiteren Verlauf genutzt wird.

Es gibt den Blick in andere Länder, über den Tellerrand. Wie läuft es beispielsweise in Australien? Wie gehen dort Schulen mit dem Thema Digitalisierung um. Zu verkrampft darf man das Thema nicht sehen. Zu locker auch nicht. Geeignete Schule und Einarbeitung der Lehrer und eine ständige Fortbildung sind das A und O. Nicht neu, immer wieder erzählt, aber kaum umgesetzt.

Stattdessen wird mit einer Gießkanne schnell einmal ein Fördertopf angestochen. Schnell noch Geld abholen, bevor es nichts mehr gibt. Geräte werden angeschafft, nicht genutzt und verstauben. Das sorgt für Frust auf allen Seiten. Die Digitalisierung hat uns Eltern im Griff. Bekommt der Nachwuchs zum Schulübertritt das erste Smartphone,  “mit dem man auch ins Internet kann”, beginnt bei vielen Eltern der Stress. Eine Whats-App-Gruppe hier, ein andere Forum da und welche Bilder postet mein Kind in den sozialen Netzwerken, wo es – streng genommen – noch nicht einmal angemeldet sein dürfte.

Hier ist viel Aufklärungsarbeit nötig. Klare Regeln, Zeiten für die Internetnutzung und auch das im Auge-Behalten, was der Nachwuchs zu treibt. Aufklärung kann auch der Schulunterricht zum Thema “Digitalisierung” schaffen. Vorausgesetzt es fand dort eine wertfreie Auseinandersetzung mit dem Thema statt und das Thema lastet nicht nur auf der Schulter eines einzigen Kollegen.

Bei Fragen rund um die richtigen Apps oder was wie im Klassenraum angeschafft werden sollte, helfen wir gerne weiter.

Foto (c) USA-Reiseblogger @pixabay // Der Artikel erschien vorab bei uns auf appatizer.de

Digitales Lernen? So geht das mit den modernen Medien!

Digitales Lernen? Diese Formel wird nicht richtiger je häufiger man sie wiederholt. Wenn sie jedoch mit Leben gefüllt wird, dann zeigt sich auf beeindruckende Weise, wie beide Welten miteinander verschmelzen können.


Ein besonders gelungenes Projekt, historische Inhalte multimedial aufzubereiten, ist das Storytelling-Projekt „Ich, Eisner“ des Bayerischen Rundfunks. Als Publikationsplattform dient eine Whats App Gruppe, zu der sich jeder anmelden kann. Neben der Whats App-Gruppe bietet auch ein aufwändig gestalteter Internetauftritt zahlreiche Hintergrundinformationen.

https://www.br.de/extra/webspecials/kurt-eisner-revolution-bayern-whatsapp-100.html


Das Besondere an diesem Projekt? Aufwändig recherchierte Fakten, O-Töne und schriftliche Quellen machen zusammen mit der (Erzähl-)Perspektive Kurt Eisners das Lesevergnügen höchst lebendig. Deshalb findet für die SchülerInnen eine enge Identifikation mit dem Protagonisten und den geschichtlichen Erlebnissen statt. Täglich kommen zwei bis zehn Medien-Häppchen direkt auf das Smartphone. Dazu gehören erzählende Textbausteine, historische Bildmaterialien und kurze Hörstücke. Weiterführende Links zu längeren Lesestücken aufwändigeren detaillierten Videos ergänzen die Beiträge.


Der Erfolg dieses Projekts liegt daher vor allem in der äußerst gelungenen Kombination scheinbar schweren Stoffes mit digitalen Medien und digitalen Publikationswegen. Kongenial kombinieren die AutorInnen und EntwicklerInnen die Komplexität des historischen Stoffes mit einer spannenden Erzählweise mit den Möglichkeiten technischer Aufbereitung.


Deshalb zeigt dieses in Form und Umfang alleinstehendes Projekt, wie man die oftmals inhaltsleere Formel vom „digitalen Lernen“ mit Leben füllen kann. Wir finden: Ein unbedingt nachahmenswertes Projekt – nicht nur für die großen Verlage und Medienhäuser, sondern auch für PädagogInnen.

Monkey Swag – 2. Platz beim Tommi Kindersoftwarepreis 2018

Monkey Swag von USM

Es ist die wichtigste Auszeichnung für Apps und Konsolenspiele hierzulande. Am vergangenen Wochenende wurde im Rahmen der Frankfurter Buchmesse der Tommi verliehen. Die App “Monkey Swag” hat den zweiten Platz gemacht. Grund genug, sie sich genauer anzusehen.

Ein wenig angespielt haben wir sie. Sie lässt uns in die Atmosphäre der Piratenzeit und der Südsee eintauchen:

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Mehr zur App bei uns auf appatizer.de

Was es für interessante Apps gibt und wie wir richtig mit Smarthone und Tablet umgehen, zeigen wir in unseren Workshops für Schüler, Eltern und Lehrer.

Medienkompetenz in der Familie

Mediennutzung in der Familie - Foto (c) Erik_Lucatero / pixabay

Eine Anleitung zum Anleiten – Wie vermitteln wir Medienkompetenz in der Familie?

9 Stunden Schlaf, 5 Stunden Schule, 1,5 Stunden Weg zur Schule, 1 Stunde Hausaufgaben und 1 Stunde essen. Macht 17,5 Stunden, die fest verplant sind – macht aber auch 6,5 Stunden, die Kindern zur freien Verfügung stehen. Zum Spielen, zum Treffen mit Freunden, zum Sport, zum Musik machen, zum Shoppen, zum Lesen, zum Langweilen – und natürlich auch zum Computer, Handy und -Konsum.

Die aktuellen KIM (https://www.mpfs.de/studien/kim-studie/2016/) und BLIKK (https://www.stiftung-kind-und-jugend.de/projekte/blikk-studie/)-Studien zeigen, dass gerade die Nutzung mobiler Endgeräte, seien es Handys oder Tablets, exponentiell ansteigt, während die traditionelle Fernseh- Radio-, und Lese-zeit mehr und mehr zurückgeht. Per se ist das kein Grund zur Panik – es kommt nur darauf an, wie wir unsere Kinder dazu anleiten, diese neuen Medien, mit all ihren interaktiven Möglichkeiten, die TV, Radio und Buch nicht bieten, sinnvoll zu nutzen.

Ständig meldet sich das Handy

Gilt das sogenannte Zappen beim Fernsehen immer noch als Problem, switchen Kinder auf ihren Handys nicht nur zwischen verschiedenen Videos und Filmen hin und her, sondern auch zwischen Chats, Videos, Whats App-Gruppen und einprasselnden Eilmeldungen. Jeder Erwachsene, der sein Handkonsum reflektiert, wird sicher zugeben, dass ein ständig sich meldendes Handy zu baldigem Agieren und Reagieren herausfordert und Konzentrations- und Arbeitsphasen, aber auch Entspannungsphasen zumindest stört. Dazu müssen wir nicht zwingend die Hirnwissenschaften befragen.

Viel wichtiger scheint hier, dass sich zunächst einmal wir Erwachsenen in unserem Nutzungsverhalten mobiler Geräte hinterfragen. Auch vor dem Hintergrund, welches Beispiel wie unseren Kindern geben. Dann gilt es, sich bewusst zu machen, dass es inzwischen zahlreiche technische Möglichkeiten gibt, die Handy- und Tablet-Nutzung von Kindern zu steuern. Das betrifft die Nutzung einzelner Apps, Funktionen etc. aber auch eine zeitliche Limitierung und die Einrichtung täglicher, wöchentlicher Zeitbudgets.

Kein Gesprächsersatz

All diese technischen Möglichkeiten sind hilfreiche Instrumente, ersetzen jedoch nicht das Gespräch Erwachsener mit Kindern und Jugendlichen, über die Möglichkeiten, Stolpersteine und Gefahren der virtuellen Welt. Kinder können das, auch wenn das laut BLIKK-Studie, viele Erwachsene glauben, nicht alleine regulieren. Für sie ist die Faszination der mobilen Welt zu glänzend. Und natürlich haben die meisten Kinder einen immensen Wissensvorsprung und glauben, dass sie eher ihren Eltern die mobile Welt erklären müssen als umgekehrt. Doch genau wie bei TV, Büchern und anderen Freizeitgestaltungen gilt: Wir als Eltern sind gefragt, uns über die Inhalte von Online-Spielen, Chats und Apps zu informieren und die Kinder „anzuleiten“. Das Ziel muss sein,  ein Umfeld zu schaffen, vor allem im familiären Rahmen, in dem diese virtuelle Welt ihr Berechtigung hat – neben all den anderen Anforderungen und Genüssen der „real-analogen“ Welt und des direkten Miteinanders.

Wir helfen mit Workshops für Eltern, Schüler und Lehrer. Jetzt Ihren Vortrag und Workshop buchen.

Foto (c) Erik_Lucatero / pixabay